Herbst am Bodensee
Wenn im Oktober morgens der Nebel über dem Bodensee liegt und die Ausflugsschiffe still am Steg schaukeln, zeigt sich Konstanz von seiner gemütlichsten Seite. Ein Herbstspaziergang an der Hafenpromenade ist dann genau das Richtige.
Die meisten Sommergäste sind abgereist, auf den Bänken und in den Cafés am Wasser ist wieder Platz, und das Herbstlaub taucht die Stadt in warme Farben. Für uns vom Gästehaus Centro ist das die schönste Zeit für einen Spaziergang am Hafen, ob mit Freunden, mit dem Hund oder mit der ganzen Familie. Am Ende jedes Rundgangs wartet eine Dame, an der niemand vorbeikommt: die Imperia.
- Die Route
- Gästehaus Centro
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- Konzilgebäude
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- Imperia
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- Stadtgarten
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- Rheintorturm
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- Niederburg
Warum sich der Herbst lohnt

Der Herbst am See hat zwei Gesichter. Morgens liegt oft noch mystischer Nebel über dem Wasser, sodass Hafen, Schiffe und Statue erst aus nächster Nähe auftauchen. Lichtet sich der Nebel gegen Mittag, sorgt der warme Föhn häufig für eine so klare Sicht, dass die Schweizer Berge zum Greifen nah wirken. Dann ist der Blick über den See ein ganz besonderer Anblick.
Nach der Zeitumstellung Ende Oktober färbt die tiefe Sonne den See schon am frühen Abend in warme Töne.
Start vor unserer Haustür

Vom Gästehaus Centro aus sind Sie in wenigen Gehminuten am Hafen. Sie überqueren den Bahnhofplatz und stehen fast sofort am Wasser. Links liegt das Konzilgebäude, in dem heute ein gehobenes Restaurant mit Blick auf den See zu Hause ist.
Das Gebäude wurde im 14. Jahrhundert als Lager- und Kaufhaus errichtet und schrieb während des Konstanzer Konzils Geschichte: 1417 wählten die Kardinäle hier Papst Martin V. Genau auf diese Zeit spielt auch die Figur an, die Sie am Ende der Hafenmole sehen.
Die Imperia – neun Meter Satire auf altem Fundament
- 9 mhoch
- 18 tschwer
- ~4 Min.pro Umdrehung
- 1993enthüllt

Die Imperia ist neun Meter hoch, 18 Tonnen schwer und steht auf einer Drehscheibe, die sich in etwa vier Minuten einmal um die eigene Achse dreht. Bleiben Sie also ruhig einen Moment stehen: Sie präsentiert sich Ihnen stolz von allen Seiten.
Spannend ist auch der Sockel, auf dem sie steht. Er gilt als älteste Pegelmessstation in Baden-Württemberg und wurde 1816 im damaligen Molenturm eingerichtet. Der Turm wurde 1890 abgerissen, die Messstation blieb erhalten. Auf ihren Resten stellte der Bildhauer Peter Lenk am 24. April 1993 seine Statue auf.
Papst, Kaiser und eine Kurtisane: Was die Figur erzählt
Die Imperia ist eine satirische Anspielung auf das Konstanzer Konzil von 1414 bis 1418. In ihren erhobenen Händen hält sie zwei kleine, nackte Männer. Der eine trägt Kaiserkrone und Reichsapfel und steht für die weltliche Macht, der andere trägt die Papsttiara und steht für die kirchliche.
Ihren Namen hat die Figur aus der Erzählung „La Belle Impéria“ von Honoré de Balzac. Darin ist Imperia eine Kurtisane, die zur Konzilszeit in Konstanz lebt und weltliche wie geistliche Würdenträger um den Finger wickelt. Der Chronist Ulrich Richental hielt sogar fest, wie viele Frauen damals ihr Geschäft mit den Gästen der Stadt machten.
Die Deutung der Statue lässt Raum. Die einen sehen darin eine Abrechnung mit der Doppelmoral der Mächtigen, die ihren Trieben nachgaben und sich damit auslieferten. Andere denken an das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“: Mit ihrer Narrenkappe übernimmt die Imperia die Rolle des Hofnarren, der das Spiel durchschaut. Peter Lenk selbst versteht sein Werk als humorvolle Spitze und sieht auch in den beiden Männern Narren, die nach Macht gegriffen haben.
Vom Skandal zum Wahrzeichen
Angestoßen wurde das Projekt von den Bodensee-Schiffsbetrieben, dem Fremdenverkehrsverein Konstanz und den Wirten am See. Als Inspiration soll die amerikanische Freiheitsstatue gedient haben. Was genau entstehen würde, wusste vorab kaum jemand: Die Figur wurde nachts aufgestellt und erst bei der Enthüllung sichtbar.
Danach war die Aufregung groß. Vor allem kirchliche Kreise und konservative Stadträte forderten die sofortige Entfernung, weil die Imperia die Kirche verunglimpfe und einer Prostituierten ein Denkmal setze. Doch der Boden unter der Statue gehörte nicht der Stadt, sondern der Bahn. Die Stadt konnte die Figur deshalb nicht entfernen lassen.
Heute ist aus dem Ärgernis ein Wahrzeichen geworden. Die Imperia begrüßt jedes Schiff, das in den Hafen einläuft, und ist auf Postkarten, in Reiseführern und auf unzähligen Urlaubsfotos zu sehen. Ihr einmal Hallo zu sagen, ist aus unserer Sicht ein absolutes Muss.
Noch mehr zur Geschichte rund um Konzil und Statue lesen Sie in unserem Beitrag Imperia und das Konstanzer Konzil.
Weiter am Wasser: Stadtgarten und Seerhein

Von der Imperia aus lohnt es sich, nicht gleich umzukehren. Gehen Sie am Gondelhafen vorbei in den Stadtgarten, wo das bunte Herbstlaub unter den alten Bäumen liegt. Wenn Sie dem Ufer weiter folgen, erreichen Sie den Rheintorturm, eines der erhaltenen mittelalterlichen Stadttore. Von hier geht es am Seerhein entlang bis zur Rheinbrücke. Zurück spazieren Sie durch die Gassen der Niederburg, den ältesten Teil der Altstadt.
Gut zu wissen: Der ganze Rundgang dauert in gemütlichem Tempo etwa eine Stunde und ist weitgehend eben. Er eignet sich also auch für Gäste, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, und für Familien mit Kinderwagen.
Tipps für Ihren Herbstspaziergang
- 🧣Warm anziehenAm Wasser ist es spürbar kühler als in der Stadt, besonders bei Wind oder Nebel.
- 📸Licht nutzenFür Fotos der Imperia ist der späte Nachmittag ideal, wenn die tiefe Sonne die Figur seitlich anstrahlt.
- ☕Pause einplanenRund um den Hafen finden Sie Cafés zum Aufwärmen. Unsere Restaurant-Empfehlungen helfen bei der Auswahl.
- 🔄Nicht hetzenDie Imperia dreht sich ohnehin. Wer kurz wartet, sieht sie von allen Seiten.
Ihr Herbst in Konstanz – nur wenige Schritte vom Gästehaus Centro
Bei Ihrem Aufenthalt zeigen wir Ihnen gern den schönsten Weg zum Hafen. Sprechen Sie uns einfach an der Rezeption oder beim Frühstück an. Gern stellen wir Ihnen auch eine individuelle Route zusammen, auf der Sie weitere Sehenswürdigkeiten von Konstanz entdecken.
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